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# Nachhaltigkeit

Konsequent Mehr Nachhaltigkeit

Vier Fragen an Jorge Almeida, Leiter Nachhaltigkeit des Reifenbereichs

Collage of a person harvesting rubber and a car

Wir haben uns hohe Ziele gesteckt: Bis spätestens 2050 sollen alle unsere Reifen zu 100 Prozent aus nachhaltigen Materialien bestehen.

Jorge Almeida, Sustainability Continental Tires

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten wir schon heute daran, die verwendeten Rohstoffe dahingehend anzupassen. Im Mai 2023 übernahm Jorge Almeida die Leitung der  Nachhaltigkeitsabteilung im Reifenbereich. Wir haben ihm vier Fragen zum Thema "nachhaltige Materialien" gestellt.


Wie hat sich der Wandel in der Autobranche in den letzten fünf Jahren auf die Reifenindustrie ausgewirkt?

"Mobilität wird immer vernetzter und nachhaltiger. Gleichzeitig sieht ein Reifen seit Jahrzehnten fast unverändert aus. Aber nur von außen. Im Grunde ist der Reifen schon immer eine "rotierende Luftfeder". Die Technologien, Materialien und Herstellungsverfahren entwickeln sich jedoch ständig weiter. Dabei gehört Continental seit 150 Jahren zu den Vorreitern der Branche. Wir entwickeln ständig Innovationen und verschieben die Grenzen. Wir gehen die Extrameile, um maximale Sicherheit und Leistung zu gewährleisten. Das gilt auch für die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Beide Bereiche bergen spannende Möglichkeiten für uns. Wir schaffen ein Ökosystem aus intelligenten, digitalen Lösungen rund um unsere Premium-Reifen. Indem wir unsere Reifen beispielsweise mit Sensoren ausstatten und mit der Cloud vernetzen, ermöglichen wir eine proaktive Wartung. Das senkt die Betriebskosten und steigert die Produktivität unserer Flottenkunden, wodurch die Lebensdauer unserer Produkte verlängert wird."


Close-Up of a dandelion

Ist unsere Forschung auf dem Gebiet des Naturkautschuks aus Löwenzahn Ausdruck einer generellen Notwendigkeit der Industrie, sich von konventionellem Naturkautschuk abzuwenden? Wenn ja, warum halten wir das für notwendig?

"Die spezifischen Eigenschaften von Naturkautschuk sind einzigartig. Es wird also sehr wahrscheinlich immer eine gewisse Menge an Naturkautschuk benötigt, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. Mit unserem Löwenzahnkautschuk-Projekt erforschen wir, wie wir eine ergänzende Quelle für Naturkautschuk industrialisieren können. Wir wollen den Druck auf die traditionellen Wachstumsregionen im Tropengürtel des Äquators verringern. Obwohl wir uns noch in der Forschungsphase befinden, bleibt es unser Ziel, eines Tages einen bestimmten Anteil des Kautschuks, den wir verbrauchen, neben unseren Produktionsstätten anzubauen."

Unser UltraContact NXT mit einem Anteil nachhaltiger Materialien von bis zu 65 Prozent der nachhaltigste Serienreifen, den es bisher auf dem Markt gibt. Das ist eine großartige Leistung.

Sind andere alternativen Materialien wie Reishülsen oder Plastikflaschen für allgemeine oder spezielle Anwendungen in der Reifenherstellung geeignet?

"Schritt für Schritt zeichnet sich bereits ab, welche nachwachsenden und recycelten Alternativen in Zukunft ihren Weg in die Reifenkonstruktion finden werden. Dazu gehören landwirtschaftliche Abfallprodukte – wie die Asche von Reishülsen – , Naturkautschuk aus Löwenzahn, recycelter Kautschuk oder PET-Flaschen.

Reishülsen zum Beispiel sind ein landwirtschaftliches Abfallprodukt, das in einem neuen, weniger energieintensiven Verfahren zu Silica verarbeitet werden kann. Silica trägt zur Optimierung von Reifeneigenschaften wie Haftung, Rollwiderstand und Laufleistung bei. Unsere innovative ContiRe.Tex-Technologie erzeugt aus recycelten PET-Flaschen, die sonst in Verbrennungsanlagen oder auf Deponien landen würden, Hochleistungspolyesterfasern zur Verstärkung der Reifenkarkasse. 

Mit der ContiRe.Tex-Technologie haben wir eine energieeffizientere und umweltfreundlichere Alternative entwickelt, die je nach Reifengröße das Recycling von neun bis fünfzehn Kunststoffflaschen pro Reifen ermöglicht.



ContiRe.Tex PET-Bottles

Infografik Nachhaltige Materialien in der Reifenproduktion

Welche wichtigen Meilensteine müssen noch erreicht werden, um den Plan für alternative Reifenmaterialien bis 2050 zu erreichen?

"Reifen sind absolut sicherheitsrelevant. Wir brauchen Hochleistungsmaterialien für unsere Reifen. So haben beispielsweise neue, recycelte oder nachwachsende Materialien einen individuellen Einfluss auf sicherheits- und leistungsrelevante Kriterien in der Nutzungsphase eines Reifens. Wir investieren viel Aufwand in Forschung und Entwicklung und in die Erprobung neuer Materialien, bevor wir sicher sind, dass sie in der Massenproduktion eingesetzt werden können. Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten weltweit zusammen, um diese Herausforderungen zu meistern. Wir haben sehr ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele und machen sehr gute Fortschritte, aber wir werden bei der Sicherheit unserer Produkte keine Kompromisse eingehen. 

Wir gehen innovative Wege, wenn es um die Materialien geht, die wir verwenden, aber wir müssen auch sicherstellen, dass wir sie verantwortungsvoll beschaffen. Dies ist eine ziemlich komplexe Aufgabe, da wir unsere gesamte vorgelagerte Lieferantenbasis überwachen müssen, um sicherzustellen, dass alle unsere Partner und Lieferanten unseren hohen Standards gerecht werden, wenn es darum geht, einen positiven Einfluss auf Natur und Gesellschaft zu haben."


Mehr zu diesem Thema gibt es...

... in unserer Pressemitteilung zu unserem Einsatz von nachhaltigen Materialien...

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