Bitte wählen ein Land aus, um das Produktangebot an Ihrem Standort anzuzeigen

#Geschichte #Nachhaltigkeit

Kreislaufwirtschaft hat bei uns Geschichte

120 Jahre Ressourcenschonung bei Continental

Continental-Werk in Seelze, ca. 1920

Wir sind davon überzeugt, dass der Weg zu geschlossenen Materialkreisläufen unsere Innovations- und Zukunftsfähigkeit erhöht und so Unternehmenswert schafft. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Anteil an recycelten und erneuerbaren Produktionsmaterialien in unseren Reifen bis 2030 auf mindestens 40 Prozent erhöhen. Ein wichtiger Schritt, um zirkuläre Materialwirtschaft voranzubringen.

Hier geht es zu den Details unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Nachhaltigkeit beginnt dabei für uns aber nicht erst jetzt. In der Runderneuerung von Lkw- und Busreifen sind wir beispielsweise schon seit mehr als 120 Jahren aktiv. Bei der Runderneuerung wird die Karkasse eines abgefahrenen Reifens wiederverwendet: Die Erneuerung der Lauffläche spart wertvolle Ressourcen ein.

Von der Regeneratfabrik zum ContiLifeCycle-Werk

Schon im Jahr 1899 haben wir die Planungen für ein neues Fabrikgeländes begonnen, um dort eine Regeneratfabrik zur Aufbereitung von Altgummi zu errichten. Die Ambition war schon damals klar: Ressourcen schonen, Kosten senken und gleichzeitig eine Lösung für das wachsende Aufkommen von Altreifen schaffen.

1903 wurde das Werk in Betrieb genommen – ein Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte und ein früher Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Doch unser Engagement für die Wiederverwendung von Reifen begann sogar noch früher: Bereits vor 1903 haben wir mit der Runderneuerung von Reifen begonnen, zunächst im Werk Hannover-Vahrenwald, später auch an weiteren Standorten in Deutschland und weltweit. Dieser Ansatz trug schon damals dazu bei, die Lebensdauer von Reifen zu verlängern und Abfall zu reduzieren. Prinzipien, die auch heute zentrale Bestandteile unserer Nachhaltigkeitsstrategie sind.

Good2know
Pin Highlight

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) zeigt, dass runderneuerte Reifen bei identischem Rollwiderstand (Klasse C) und vergleichbarer Laufleistung in der Herstellung über 60 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als qualitativ vergleichbare, hochwertige Neureifen. Für ihre Herstellung werden außerdem rund zwei Drittel weniger Rohstoffe benötigt als für vergleichbare Neureifen, was wertvolle natürliche Ressourcen (vor allem Kautschuk) schont. Damit liegen beispielsweise runderneuerte Pkw-Reifen in der CO2-Gesamtbilanz (Laufleistungen von 20.000 km/40.000 km) vor vergleichbaren Neureifen. 

Quelle: Ökologische Bewertung Runderneuerung – Abschlussdokumentation Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT (veröffentlicht am 6.7.2022)

Da es uns ferner wünschenswerth erschien, einige Nebenzweige unserer Fabrikation von dem Hauptbetriebe abzutrennen, erwarben wir ein grösseres Terrain in dem benachbarten Seelze [...].

Auszug aus dem Geschäftsbericht 1899


1903

Continental errichtete auf dem Gelände in Seelze ein Werk zur Regeneratgewinnung, d.h. zur Wiederaufbereitung und Verwertung von Altgummi

History

1929

Nach einem Brand auf dem Werksgelände erfolgte die Schließung der Regeneratanlage in Seelze. Die Aktivitäten wurden vollständig in das Werk Limmer verlegt.

Werk Seelze

Der Grundstein wurde gelegt

Pin Highlight

Zu dieser Zeit wurden mit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits 9-13 Tonnen Altgummi täglich verarbeitet. Das entspricht etwa dem Gewicht von 185 Lkw-Reifen oder rund acht Pkw.
Damit hat Continental schon vor 120 Jahren den Grundstein für zirkuläres Wirtschaften gelegt. 


Und wie funktioniert Runderneuerung?

Reifen bestehen aus einer Karkasse und einem Laufstreifen. Auch wenn das Profil abgefahren ist, ist die Karkasse in der Regel noch völlig intakt. Bei der Runderneuerung wird das noch vorhandene Laufflächengummi sowie bei der Heißrunderneueurng auch die Seitenwand des Reifens abgeraut und erneuert. Die Karkasse wird so für ein zweites und drittes Reifenleben vorbereitet. Dabei setzt Continental modernste Analyseverfahren, Fertigungsmethoden sowie Recyclingtechnologien in der Heiß- und Kalterneuerung ein. Bei beiden Methoden werden nur sorgfältig ausgewählte und ordnungsgemäß geprüfte Karkassen verwendet.



Wie ging es weiter?

Weitere Meilensteine

1980

Stilllegung der Regeneratfabrik in Limmer

1992

Gründung des eigenen Recyclingunternehmens: Reifenentsorgungsgesellschaft (REG). Vorrangige Gründungsziele waren der Aufbau und die Sicherstellung einer umweltgerechten Reifenentsorgung in Deutschland.
Mit dieser Maßnahme war Continental der erste Reifenhersteller Deutschlands, der sich der Verantwortung im Rahmen der Entsorgung seiner Produkte gestellt hat. 

Altreifen und Recycling Logo

2013

Mit der Eröffnung des ContiLifeCycle-Werks in Hannover Stöcken hat Continental ein Runderneuerungs- und ein Recyclingwerk kombiniert.

Weitere Informationen gibt es hier:ContiLifeCycle


Und was bringt die Zukunft?

Wir arbeiten jeden Tag daran, innovative Technologien und Lösungen entlang der Wertschöpfungskette voranzutreiben – von der Beschaffung erneuerbarer und recycelter Materialien bis zum Recycling von Altreifen. Für letzteres ist die Runderneuerung von Lkw- und Busreifen auch heute noch ein wichtiger Baustein.

 Darüber hinaus nutzen wir hocheffiziente Verfahren wie die Pyrolyse, um wertvolle Materialien aus Altreifen zurückzugewinnen und wieder in den Produktionszyklus zurückzuführen.

So verbinden wir bewährte Ansätze mit modernen Technologien und gestalten aktiv den Wandel hin zu geschlossenen Materialkreisläufen.

Hoher Anteil an recycelten und nachwachsenden Materialien in Serienreifen

Mit dem UltraContact NXT haben wir unseren ersten Reifen mit einem Anteil von bis zu 65% nachwachsenden, wiederverwerteten und ISCC PLUS Massenbilanz-zertifizierten Materialien in Serie gebracht.

Mit erneuerbarer Energie Ressourcen schonen

Wir setzen zunehmend auf die eigene Erzeugung erneuerbarer Energie, zum Beispiel durch den Ausbau von Photovoltaikanlagen an unseren weltweiten Produktionsstandorten. Seit Ende 2020 stammt der gesamte zugekaufte Strom für unsere Reifenwerke weltweit aus erneuerbaren Quellen. Die Einhaltung der Kriterien verifizieren wir mit Herkunftsnachweisen gemäß der RE100-Initiative.

Recycelter Ruß für unsere Gabelstablerreifen

 

Seit September 2023 verwenden wir dank Pyrolyse recycelten Industrieruß für unsere Produktion von Gabelstaplerreifen.


Weitere passende Inhalte zu diesem Thema

Pressemitteilung

Kreislaufwirtschaft im Fokus: Continental feiert mehr als 120 Jahre Runderneuerung für Lkw- und Busreifen

Hier lesen

Einsatz von nachhaltigen Materialien in der Reifenproduktion

Hier lesen