Continental verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um die komplexen und fragmentierten Lieferketten für Naturkautschuk nachhaltiger zu gestalten: Durch den Einsatz modernster digitaler Technologien, lokales Engagement im Kautschukanbau und enge Zusammenarbeit mit starken Partnern schaffen wir mehr Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Naturkautschuk ist nach wie vor unverzichtbar für herausragende Reifenleistung. Er macht je nach Reifentyp zwischen 10 und 40 Prozent des Gesamtgewichts moderner Hochleistungsreifen aus. Seine außergewöhnliche Festigkeit und Haltbarkeit resultieren aus der spannungsinduzierten Kristallisation des Materials. Heute stammt Naturkautschuk nahezu ausschließlich vom Hevea-Brasiliensis-Baum.
Unser Ziel ist es, sämtlichen Naturkautschuk für unsere Reifenproduktion verantwortungsvoll zu beschaffen. Um dies zu erreichen, erhöhen wir die Transparenz unserer Lieferketten durch innovative Technologien, Digitalisierung, Bildungsprojekte und systematische Risikoanalysen.
Naturkautschuk ist laut Fraunhofer-Institut ein Rohstoff, der in über 50.000 Produkten verwendet wird. Allein die Reifenindustrie nutzt rund 73 Prozent des weltweit produzierten Kautschuks.
Um diesen Bedarf nachhaltig zu decken, forscht Continental gemeinsam mit Partnern seit mehreren Jahren an innovativen Alternativen – darunter Naturkautschuk aus Löwenzahn.
Das zentrale Ziel des Taraxagum-Projekts ist es, Naturkautschuk möglichst nah an unseren Reifenwerken zu produzieren und so die Abhängigkeit von tropischen Importen zu verringern.
Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH setzt Continental am Ursprung der Lieferkette an und engagiert sich in Indonesien, dem weltweit zweitgrößten Erzeugerland von Naturkautschuk. Der Fokus liegt dabei auf dem Distrikt Kapuas Hulu auf Borneo. Die Produktion erfolgt dort überwiegend durch unabhängige Kleinbäuerinnen und Kleinbauern – über 2,5 Millionen indonesische Landwirte bewirtschaften rund 85 Prozent der Anbaugebiete des Landes.
Da viele dieser Landwirte in abgelegenen Regionen leben und nur schwer Zugang zu Beratungs- und Schulungsangeboten haben, unterstützt die Partnerschaft gezielt den Aufbau lokaler Schulungsmaßnahmen. Seit 2018 wurden rund 5.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern vor Ort geschult, qualitativ hochwertigen Naturkautschuk nach klar definierten Nachhaltigkeitskriterien anzubauen. Ziel ist es, die Qualität des Naturkautschuks zu verbessern, die Lebensgrundlage der lokalen Gemeinschaften zu stärken und gleichzeitig Entwaldung zu vermeiden.
Rubberway ist ein Joint Venture zwischen Continental, Michelin und dem Softwareentwickler SMAG. Ziel der Zusammenarbeit ist es, technologische Lösungen zur Abbildung von Nachhaltigkeitspraktiken in der Wertschöpfungskette von Naturkautschuk zu entwickeln.
Mögliche Risiken innerhalb der Lieferkette sollen frühzeitig aufgedeckt werden. Mithilfe einer App werden Daten zu möglichen Umweltbelastungen, sozialen und menschenrechtlichen Risiken gesammelt und anschließend evaluiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage, um soziale, menschenrechtliche, ökologische und wirtschaftliche Risiken entlang der Lieferkette gezielt zu minimieren.
Mit Rubberway fördern Continental und ihre Joint-Venture-Partner den Ausbau verantwortungsvoller Geschäftspraktiken in der Naturkautschukbranche. Das Joint Venture und sein Konzept stehen im Einklang mit den Zielen der Global Platform for Sustainable Natural Rubber (GPSNR). Als Gründungsmitglied der GPSNR treibt Continental zusammen mit weiteren Partnern den Ausbau der Nachverfolgbarkeit in der Wertschöpfungskette von Naturkautschuk weiter voran.
Seit 2011 müssen Zulieferer und Serviceanbieter, die mit Continental zusammenarbeiten, den Verhaltenskodex für Geschäftspartner des Unternehmens anerkennen. Dieser vereint ethische, soziale und ökologische Aspekte. Unser Ziel ist es, Umweltrisiken, Emissionen sowie menschenrechtliche und soziale Risiken zu minimieren.
Um die Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten bewerten zu können, arbeiten wir seit 2017 mit EcoVadis zusammen und führen kontinuierliche Nachhaltigkeitsprüfungen von unseren Zulieferern durch. EcoVadis ist der weltweit führende Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen und globale Lieferketten.
Continental ist ein Gründungsmitglied der Globalen Plattform für nachhaltigen Naturkautschuk (Global Platform for Sustainable Natural Rubber, kurz: GPSNR), eine Multi-Stakeholder-Initiative.
Die GPSNR arbeitet an der Entwicklung und Harmonisierung von Richtlinien, um Menschenrechte entlang der Wertschöpfungskette von Naturkautschuk zu schützen, Landraub zu verhindern sowie Artenvielfalt und Wasserressourcen zu erhalten. Gleichzeitig sollen Landwirte Wege aufgezeigt bekommen, ihre Erträge zu verbessern und Lieferketten transparenter gemacht werden.
Die Akteure der GPSNR spiegeln die komplexe Zusammensetzung der globalen Lieferkette wider – angefangen bei Naturkautschukbäuerinnen und -bauern sowie Kautschukherstellern über Verarbeitungsunternehmen und Händler bis zu Reifenherstellern, Automobilherstellern und der Zivilgesellschaft.
In ihrer „Sustainable Natural Rubber Sourcing Policy“ hält Continental klare Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen für sich selbst sowie alle Lieferanten und Dienstleister entlang der gesamten Naturkautschuk-Wertschöpfungskette fest. Mit ihrer nachhaltigen Einkaufspolitik sollen Umwelt-, Menschenrechts- und soziale Risiken minimiert werden.
Sustainable Natural Rubber Sourcing Policy
Sustainable Natural Rubber Sourcing Policy
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