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Aktivitäten und Initiativen

Produktion


Luftaufnahme des Produktionsstandorts Lousado mit Solarpanelen und Continental Schriftzug

Die Herstellung von Reifen ist energieintensiv – vor allem die Vulkanisation benötigt große Mengen Wärme. Continental setzt deshalb gezielt auf erneuerbare Energien, eine zunehmend elektrifizierte und emissionsärmere Wärmeversorgung und kontinuierliche Effizienzprojekte in den Werken.

Energieeffizienz ist einer der größten Hebel, um CO2-Emissionen in der Reifenproduktion zu senken. Continental verfolgt deshalb einen Ansatz, der mehrere Bausteine kombiniert: weniger Energie- und Wasserverbrauch durch effizientere Prozesse, Strom aus erneuerbaren Quellen sowie eine Wärmeversorgung, die schrittweise auf fossile Brennstoffe verzichtet. Wie weit Continental damit bereits gekommen ist und welche Schritte folgen sollen, zeigt ein Blick auf konkrete Zahlen, Projekte und Standorte.


Energieeinsparungen durch hunderte Effizienzprojekte

Continental treibt die Energieeffizienz in ihren Reifenwerken mit einer Vielzahl konkreter Projekte voran, die an unterschiedlichen Stellen ansetzen. Zwischen 2020 und 2025 hat der Reifenbereich von Continental in seinen Werken weltweit mehr als 400 GWh Energie eingespart. Damit sinkt nicht nur der Energieeinsatz pro produzierter Tonne Reifen, sondern auch die mit der Energiebereitstellung verbundenen Treibhausgasemissionen.

Die Maßnahmen reichen von technischen Verbesserungen bis zur digitalen Optimierung von Prozessen. Typische Beispiele sind:

  • Verbesserte Isolierungen an Maschinen, Rohrleitungen und Gebäuden sowie optimierte Dampfsysteme
  • Effizientere Konzepte für die Regenerative Thermische Oxidation (RTO)
  • Optimierte Kühl- und Lagerprozesse 
  • Installation von Wärmepumpen an mehreren Standorten

Strom aus erneuerbaren Quellen und eigenen Photovoltaikanlagen

Bei der Stromversorgung setzt Continental konsequent auf erneuerbare Energiequellen. Seit 2020 stammt der gesamte eingekaufte Strom aus erneuerbaren Energien. Zur Nachweisführung nutzt das Unternehmen Energieattributzertifikate, die den Kriterien der internationalen RE100-Initiative entsprechen. Dadurch wird transparent dokumentiert, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.

Ergänzend dazu baut der Reifenbereich von Continental die eigene Stromerzeugung aus. Photovoltaikanlagen kommen an Standorten in Asien und Europa wie beispielsweise in Standorten Hefei (China), Rayong (Thailand), Lousado (Portugal), Petaling Jaya (Malaysia) und Modipuram (Indien) zum Einsatz und decken einen Teil des lokalen Strombedarfs ab.  

Production Continental Plant Hefei 2025

Ein weiteres Beispiel für den Ausbau eigener erneuerbarer Stromerzeugung ist das Werk Korbach in Deutschland. Dort hat Continental den Bau des ersten unternehmenseigenen Windparks begonnen. Drei Windenergieanlagen sollen gemeinsam mit den bestehenden Photovoltaikanlagen künftig rund zwei Drittel des Strombedarfs des Standorts decken und jährlich etwa 55 Gigawattstunden Strom erzeugen. Der Bau hat im September 2026 begonnen, die Inbetriebnahme ist eineinhalb Jahre später geplant. Continental sieht das Projekt als Blaupause für weitere Standorte weltweit, an denen eine standortnahe, wettbewerbsfähige und verlässlich integrierte erneuerbare Energieversorgung aufgebaut werden kann.

An einigen Standorten wird der Strombedarf zudem über einen langfristigen Liefervertrag, ein sogenanntes Photovoltaik-Power-Purchase-Agreement (PPA), mit dem jeweiligen Photovoltaikbetreiber gedeckt. Mit dieser Mischung aus eigener Erzeugung und langfristigen Lieferverträgen sichert Continental den Bezug erneuerbarer Energien dauerhaft ab und macht sich unabhängiger von kurzfristigen Preisschwankungen am Strommarkt.


Wärmeversorgung: Schritt für Schritt weg von fossilen Brennstoffen

Die Reifenproduktion ist energieintensiv, weil große Mengen Wärme für die Vulkanisation benötigt werden. Continental modernisiert die Wärmeversorgung deshalb seit 2020 mit klarem Ziel: weniger fossile Energieträger, mehr elektrifizierte und biomassebasierte Lösungen. 

Seit Anfang 2026 werden an allen Continental-Reifenstandorten weltweit weder Kohle noch Schweröl für die Dampferzeugung eingesetzt. Stattdessen nutzen die Werke heute einen diversifizierten Energiemix aus Biomasse, Biogas und erneuerbarem Strom sowie – zur Sicherstellung einer konstanten Energieversorgung – Flüssiggas (LPG) und Erdgas. 

Die größten Hebel bei der Reduzierung des Wärmebedarfs liegen in der Vulkanisation (Curing) sowie bei der Gebäudeheizung. Beim der Vulkanisation setzen wir auf die Elektrifizierung zentraler Prozesse – etwa durch elektrische Boiler (E-Boiler) und elektrische Vulkanisation (eCuring). Ein konkretes Beispiel ist das portugiesische Werk Lousado: Dort kann ein E-Boiler Dampf besonders CO2-arm produzieren, indem er sowohl selbst erzeugten Solarstrom als auch erneuerbaren Strom aus dem Netz nutzt. Das Projekt wurde dafür 2025 bei den Tire Technology International Awards in der Kategorie „Environmental Achievement of the Year – Manufacturing" ausgezeichnet.

Für die Gebäudeheizung setzt Continental vor allem auf Wärmepumpen. Biomassebasierte Dampferzeugung sowie Fernwärme kommen an geeigneten Standorten ebenso zum Einsatz. 

Durch die Umstellungen auf emissionsärmere Energieträger hat Continental in den vergangenen Jahren die absoluten Emissionen in der Reifenproduktion reduziert. Zugleich sank die Treibhausgasintensität (CO2-Äquivalente (t CO2e) pro Tonne Produktion) der Produktion im Jahr 2025 um mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um rund 70 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019.

Diese Fortschritte werden auch extern bestätigt: Die unabhängige Organisation CDP zeichnete Continental für das Jahr 2025 mit einem „A-“-Rating für Klimatransparenz und CO₂-Reduktionsmaßnahmen aus.

Jeder Tropfen zählt

Wasser wird in der Reifenproduktion in verschiedenen Aggregatzuständen zum Heizen, Kühlen und Reinigen sowie für den täglichen Bedarf der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt. Continental senkt den Wasserverbrauch pro Tonne Produkt an den Produktionsstandorten kontinuierlich. Möglich machen das Risikoanalysen und Wasseraudits sowie moderne Filter- und Membrantechnologien. Einige davon ermöglichen das Recycling und die Wiederverwendung von 90 Prozent des aufbereiteten Abwassers. Beim Wassermanagement erreichte Continental im aktuellen CDP-Rating ein „B“.

Auch beim Wasserverbrauch zählt jeder Schritt im Prozess: Kühlwasser und Dampf werden mehrfach genutzt und Dampfkondensat wird konsequent zurückgeführt. Bei der Online-Leckageerkennung vergleicht ein Überwachungssystem in Echtzeit die abgegebene und zurückgeführte Dampfmenge, sodass mögliche Leckagen schnell erkannt werden. Der Wechsel zur Umkehrosmose und der Austausch ineffizienter Filter verbessern die Wasseraufbereitung in den Werken zusätzlich. Wasser- und Energieeffizienz greifen dabei ineinander – wer weniger Wasser aufheizt, spart automatisch auch Energie.

Production Continental Plant Hefei 2025

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